Rumänienreise August 2019 / Teil1

Ich habe die Erlebnisse und Eindrücke meiner Rumänienreise nun etwas sacken lassen und Zeit gehabt das Erlebte Revue passieren zu lassen…

Nein, ich war nicht das erste Mal in Rumänien, trotzdem ist es jedes Mal etwas anderes und völlig neues. Meine Reise hat mich diesmal zu unserem rumänischen Partnerverein geführt und ich habe dort unfassbare tolle Menschen kennen- und schätzen gelernt. Menschen die großartiges leisten und sich völlig aufopfern für die Tiere.

Zuerst durfte ich eine junge Frau kennenlernen, die im Center of Hope in Bukarest arbeitet, einer sehr modernen Tierklinik, gebaut und unterstützt von Amerikanern. Diese junge Frau lebt alleine in einem kleinen Haus mit unzähligen Hunden und Katzen. Sie päppelt kranke Tiere auf und betreut die, die besondere Hilfe benötigen. Und während andere junge Menschen ausgehen und Spass haben opfert sie sich für ihre Tiere auf, einen Fernseher oder viele Möbel gibt es nicht. Von hier haben wir schon ein paar Hunde übernommen, u.a. auch die 3-beinige Cleo. Mit der jungen Frau durften wir dann auch das wunderbare Center of Hope in Bukarest besuchen, wo Dr. Aurelian Stefan und das gesamte Personal großartige Arbeit leisten.

Die Klinik führt regelmäßig Kastrationsprojekte durch und ist unermüdlich im Einsatz. Die Klinik arbeitet auf höchstem Niveau und steht keiner Klinik im Ausland in irgendetwas nach, im Gegenteil. Ich könnte unendlich viel schreiben, aber dieser Einstieg meiner Reise war sehr emotional und bewegend.. Aber es sollte noch viel emotionaler werden die nächsten Tage.. Alle Hunde hier suchen übrigens noch ein Zuhause <3 Thanks to Diana Wald and Dr. Stefan Aurelian that i was allowed to post these pictures <3 It was a pleasure for me and i have the deepest respect of your work <3

Rumänienreise August 2019 / Teil2

Die 2. Station unserer Reise führte uns in den APA-Shelter in Bukarest…

Und dieser Tag war sehr sehr emotional und bewegend. Warum emotional so bewegend ? Es gibt hier so viele unfassbar tolle Hunde, die nicht gesehen werden und ihr Leben hier verbringen müssen… Auch gibt es sehr viele Angsthunde, die keinen Kontakt zu den Menschen möchten und den Shelter wohl nie verlassen werden.. Wer will schon einen Angsthund adoptieren? Oder die vielen alten Hunde, die nie etwas anderes kennengelernt haben und hier sterben werden.

All diese Tatsachen machen unendlich traurig, denn nur einige haben das Glück und dürfen dem Shelter den Rücken kehren und in liebe Familie ziehen. Ich habe den größten Respekt vor den Mitarbeitern und freiwilligen Helfern im Shelter, die alles in ihrer Macht stehen tun um zu helfen. Der Shelter beherbergt momentan ca 250 Hunde.

Die Zwinger haben einen kleinen Aussenbereich, so daß die Hunde wenigstens etwas die Sonne genießen können. Die Zwinger sind sauber aber ausser Beton und Holzbänken oder Paletten gibt es hier nichts.. Das wäre auch gar nicht anders zu bewerkstelligen bzgl der Hygiene. Trotz 34 Grad Außentemperatur ist der Shelter sehr sauber und es stinkt nicht nach Kot und Urin, weil die Mitarbeiter und Helfer stets bemüht sind alles sauber zu halten. Der Shelter ist durch frühe Misswirtschaft extrem baufällig und reparaturbedürftig, aber auch hier tut der neue Manager des Shelters alles was in seiner Macht steht.. Aber leider unmöglich ohne die nötigen finanziellen Mittel.

Auch hier wollen wir versuchen unseren Partnerverein in Zukunft zu unterstützen. Das Dach hat Löcher und es fehlt an allem Nötigen, denn auch Stroh für den nahen Winter wird benötigt.. Die Liste ist endlos lang.  Trotzdem geht es den Hunden den Umständen entsprechend gut, sie werden geimpft, kastriert, gegen Parasiten behandelt und gut gefüttert. Ich war in fast jedem dieser Zwinger und habe Stunden damit verbracht jeden Hund zu streicheln, der denn auch wollte.

Die Zeit verging wie im Flug und Nicoleta war unendlich geduldig mir jeden Hund zu zeigen und etwas über ihn zu erzählen. Für so viele Hunde bedeutet der Shelter ein besseres Leben als sie vorher hatten, für einige jedoch ist es extrem hart, weil sie die menschliche Nähe suchen. Jeder Tierschützer der schon in einem Shelter war, kennt dieses Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit wenn man diese Hunde zurücklassen muss… Ich könnte dieses Bericht noch unendlich fortführen, aber das würde den Rahmen sprengen. Auch gibt es hier nur eine kleinere Auswahl von über 200 Bildern.

BITTE… Gebt einem Hund aus dem Tierschutz ein Zuhause oder bietet Euch als Pflegestelle an!!!!

Es gibt so viele tolle Hunde, die es mehr als verdient haben – please adopt and dont shop !!!! Alle zu vermittelnden Hunde und mehr Informationen findet ihr hier: https://www.facebook.com/AsociatiaPrieteniiAnimalelor/ Thanks to my wonderful Anca and Nicoletta for your patience and showing me all these wonderful dogs. Thanks Adriana – it was a pleasure to meet you also <3 Thanks Ionut that i was allowed to visit your shelter My deepest respect for your work � Nach unserem Shelterbesuch durfte ich noch unseren Ben kennenlernen.. 40kg pure Lebensfreude..hach, wieder ein Hund, der so ganz meins gewesen wäre <3 Aber Ben hat das große Glück am 30.08.19 Rumänien verlassen zu dürfen und eine tolle Familie zu haben, die auf ihn wartet Heidrun Engel Dog Rescue Stuttgart e.V

Rumänienreise August 2019 / Teil3

Bei der 3. Station meiner Reise hat mich meine Anca Osaci in eine völlig andere Welt und Zeit entführt.. In das “Nicoleta Project”.. Hier ist alles kpl entschleunigt und irgendwie ohne Zeitgefühl und Luxus.. Es ist sehr schwer zu beschreiben, aber man fühlte sich fast wie ein Zeitreisender aus einer anderen Welt. Straßen zu Nicoletas sehr einsamen Haus gibt es nicht wirklich, zumindest nichts was den Namen verdient.. Mensch und Auto werden hier einer harten Belastungsprobe unterzogen..

Äh, wie fast überall in Rumänien – aber das waren einfach hingeworfene Steine und Kies, vermutlich damit man die Richtung findet und sich nicht verfährt. Mitten im Nirgendwo rumpelte Ancas Auto dem Ziel entgegen und ich ahnte schon was mich erwartete.. Tat ich das wirklich? Nein, den was mich erwartet hat war irgendwie fern ab der Realität in der wir leben.. An den Bahngleisen war unter einen kleinen Baum Schluss..hinter den Bahngleisen sah man nur das Dach eines etwas baufälligen Hauses… Links davon den.. Äh.. Bahnhof… rumänisches Bahnhofshäuschen mitten im Nirgendwo.. Also, über die Gleise gestapft.. Und ich glaube mein Mund stand bestimmt die ganze Zeit offen.. Ich glaube ich könnte diesen Bericht endlos schreiben, versuche mich aber nun aber etwas auf das Wesentliche zu beschränken.

Durch das Hoftor sah ich nur ein Gewusel an Hunden und Schweinen.. Jep, schwarze Schweinchen.. Ok, Mund ist wieder aufgeklappt… Viele bellende und freilaufende Hunde haben uns freundlich empfangen.. Also, Schweine weggepackt und rein in die Welt von Nicoleta.. Nicoleta beherbergt auf ihrem grossen Hof viele Hunde in grossen und sehr sauberen Ausläufen, der Rest der Hunde rennt frei auf dem Hof rum, wenn es denn Suri, ein vor kurzem zugelaufener Schäferhundmix erlaubt.. Er versucht alles auf dem Hof zu kontrollieren und auch uns versucht er weitestgehend abzuschirmen, es war nicht immer einfach ihm klar zu machen, das dieses Verhalten nicht erwünscht ist und ich sehr wohl in eines der der Hundegehege gehen möchte..er wollte das schon ausdiskutieren – mit mir aber nicht – aber er hat nicht aufgegeben und versucht jeden unserer Schritte und den der anderen Hunde kontrollieren zu wollen.. Toller, sehr freundlicher und wunderschöner Hund, der konsequente Hände und einen Job braucht- dann ist der brav wie ein Lämmchen

<3 Danke an dieser Stelle an meine Christel Löffler, die mir soviel beigebracht hat ( https://www.facebook.com/DialogMenschTier/ ) – auch wie man so nette “Arschlochhunde <3 handelt..

Suri ist ein netter Hund, dem einfach nur langweilig ist. Nicoleta hat kein fließendes Wasser und auch hier ist alles sehr baufällig, mangels Geld. Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen und auch hier wird es in ferner Zukunft sicher noch Verbesserungen geben. Mittlerweile sind fast alle Hunde hier kastriert, getestet und können in liebevolle Familien umziehen. Nicoleta lebt hier alleine und ist wirklich eine bemerkenswerte Frau. Alle Hunde sind in gutem Zustand und werden versorgt.. Aber auch hier suchen noch alle tolle Familien <3 Wunderbare Hunde warten auch hier darauf gesehen zu werden

– BITTE – adopt and dont shop!!!

Gebt einem Hund aus dem Tierschutz eine Chance, sei es als Pflegestelle oder Endstelle <3 Die Zeit verging so schnell und tatsächlich war es für einen winzig kurzen Moment eine trügerische Idylle im Sonnenschein .. ich vergass zu erwähnen, dass es auch an diesem Tag wieder 34 Grad hatte. Schnell noch 2 Welpen unter den Arm geklemmt, die ausreisen sollten und ab ging es – zurück über die Gleise – zum Auto und nach Hause. Das Leben hier ist hart, vorallem im Winter oder bei schlechtem Wetter.. Nicoleta ist alleine und arbeitet sehr hart und leistet super Arbeit. Wie fast alle Rescuer hat auch Nicoleta sich für dieses Leben entschieden, der Tiere zu Liebe oder mangels einer wirklichen Alternative/Perspektive!!! Auch hiervor habe ich den größten Respekt, denn als Frau dies alles zu bewerkstelligen und alleine den Hof zu bewirtschaften ist schon unvorstellbar. Wir werden dieses Projekt weiter gespannt verfolgen und freuen uns auf den nächsten Besuch <3 Fast alle Hunde hier stehen zur Adoption und sind bei uns auf der Seite oder der Seite unseres rumänischen Partnervereins zu finden https://www.facebook.com/SaveadogRomania/ Thanks again to my special friend Anca for showing me this world

Rumänienreise August 2019 / Teil4

Die 4. Station unserer Reise führte uns ca 70km nördlich von Bukarest nach Ploiesti Ana Maria lebt etwas außerhalb und ländlich und auch sie beherbergt jede Menge Hunde und Katzen. Auch hier wuseln im vorderen Teil des Hofes jede Menge Hunde umher, die mich erst mal sehr skeptisch beäugen oder verbellen…. hmmm…Wirklich zu mögen scheint mich im ersten Moment niemand der Plüschnasen.. naja, da muss ich dann wohl mit leben, aber hoffentlich wird das noch besser – dachte ich leicht frustriert… ja, auch ich gehöre zu den Menschen die jede Fellnase antatschen und streicheln müssen.. sorry.. aber ich kann nirgends vorbeigehen ohne krabbeln und tätscheln… ja, ich weiß, das tut man nicht… mir egal… ich mache es trotzdem.

Aber ich hatte die Hoffnung, dass hier bestimmt noch jemand meine Streicheleinheiten genießen würde. Die winzigen Samtpfoten im Haus haben dann alles wieder gutgemacht.. die Winzlinge, erst wenige Wochen alt, turnten und krabbelten auf mir herum , da bekam ich dann schon leicht Muttergefühle..seufz.. Im Haus bei Ana leben die Winzlinge, die ganz alten, kranken oder Handicapkatzen – hier durfte ich dann krabbeln und kuscheln und konnte mich gar nicht mehr losreisen. Diese kleine Wesen sind so zart und kämpfen jeden Tag ums Überleben.

Weiter ging es dann zu den Hundezwingern… ja, und wieder wurde ich im Hof verbellt, aber immerhin nicht mehr so lautstark.. es bestand also noch Hoffnung für mich. In den Zwingern hinter dem Haus tummeln sich viele verschiedene Hunde und dazwischen gaaanz viele Hühner – ne, die wollte ich nun wirklich nicht krabbeln – ich habe einen riesen Respekt vor denen und die Hähne fanden mich wohl auch nicht so toll…schnell weiter.. mittendrin immer der kleine Butonel und seine Mama die uns auf unserem Rundweg begleitet haben – natürlich nur außerhalb der Zwinger.

Auch hier sitzen so viele tolle Hunde und jeder von Ihnen verdient ein Zuhause. Fast alle dieser Hunde sind mehr oder weniger schnell zutraulich und lassen sich streicheln, ein paar wenige wollten aber auch hier nichts mit mir zu tun haben und haben mich aus der Ferne beäugt. Auch hier war kein einziger dieser Hunde aggressiv oder wollte mich angreifen – das war tatsächlich bei meinem ganzen Aufenthalt in Rumänien so! Trotzdem sahen mich einige als Eindringling und haben mich auf die Entfernung verbellt, aber nie angegriffen. Der einzige mutige war dann später der kleine Cody, der dann doch nicht anders konnte als mich im vorbeirennen schnell in die Wade zu zwicken… erschrocken bin ich schon, dachte ich doch erst mich hat etwas gestochen.. aber es wurde nicht mal rot, also alles gut.

Weiter geht’s .. komischerweise war ab da Ruhe und der kleine Mann hat mich nicht mehr angebellt.. Natürlich habe ich auch hier Stunden damit verbracht die Hunde zu streicheln und etwas mehr über sie zu erfahren. Auch habe ich es mir nicht nehmen lassen, ins Katzengehege zu gehen, eine Katze schöner als die andere.. aber wo fängt man an und wo hört man auf? So ist auch dieser Vormittag und MIttag wie im Flug vergangen und bevor wir uns noch auf den Weg zu Catalin in seine neue Praxis gemacht haben, hat Ana mir das das verlassene Horrorhaus gezeigt…. Hierzu möchte ich nicht viele Worte verlieren.. denn es trägt den Namen zu Recht. Es ist mitten in der Stadt, links und rechts eng gebaut andere Häuser.. der Gehweg vor dem Haus.. unfassbar. Zu dem Zeitpunkt befanden sich noch ein paar Welpen und im vorderen Bereich andere Hunde., die dort jemand hingebracht hatte

.. Zum Glück sind fast nun aber alle Welpen dort weg. Hier möchte ich einfach die Bilder für sich sprechen lassen oder ihr schaut unseren Bericht über das Haus vom Mai diesen Jahres an. Ich war nur ca 30min dort aber es war einfach unvorstellbar. Dann machten wir uns auf den Weg zu unserem Tierarzt Catalin in seine neue Praxis. Auf dem Weg dorthin noch eine vermutlich angefahrene Katze eingesammelt und mitgenommen zu Catalin. Die Katze wurde erstversorgt und Bluttests gemacht, vermutlich war der Schwanz gebrochen, was sich später als richtig erwies und dieser am nächsten Tag amputiert werden musste.

Catalins neue Praxis ist wunderbar .. nach dem neuesten Standard.. kein Vergleich zu der alten Praxis, in der wir noch letztes Jahr waren. Alles hoch modern und top sauber. Catalin hat mir dann persönlich die Praxis gezeigt und mir alles genauestens erklärt… ich war begeistert. Achja, ich vergaß zu erwähnen, dass es auch an diesem Tag wieder weit über 30 Grad hatte und ich wohl etwas lädiert aussah als wir bei Catalin eintrafen. Aber dank der Klimaanlage und einem sehr kalten Glas Cola (dank der aufmerksamen Arzthelferin) kehrten meine Lebensgeister vorübergehend wieder zurück. Cola ist normalerweis nicht so mein Ding, aber da hätte ich vermutlich alles getrunken – Hauptsache kalt. Ich überlegte eine kurzen Moment mich in die bequem aussehende Sitzecke fallen zu lassen.. aber vermutlich wäre ich dann nicht mehr aufgestanden, die letzten Tage und die Hitze haben schon etwa s Spuren hinterlassen.. bin ja schließlich nicht gerade schlank und auch nicht mehr die Jüngste In der Praxis trafen wir dann wie geplant Christina , die für unseren Partnerverein eine kleine Parvo Suvivorin abgeholt hat und bei sich aufnehmen wollte, da sie bereits mehrere dieser Welpen hatte, die den Parvovirus überlebt haben. Diese Welpen können noch sehr lange ansteckend sein und sollten daher nicht mit anderen, ungeimpften Hunden in Kontakt kommen…. Ab ging es dann zu Christina… Hierzu aber dann mehr im nächsten Reisebericht

Rumänienreise August 2019 / Teil5

…mit Cristina Popa verabredeten wir uns mittags in Ploiesti bei unserem Tierarzt Catalin. Unser Partnerverein hatte 2 kleine Welpen in die Obhut von Catalin gegeben, die in sehr schlechten Zustand waren. Leider verstarb einer wenig später aber das kleine Mädchen hat gekämpft und den miesen Parvovirus überlebt. Leider dürfen diese kleinen Survivor nicht zu den gesunden Hunden, da sie das Virus noch Monate in sich tragen und so die gesunden und nicht geimpft en Hunde anstecken könnten. Cristina hat eine handvoll dieser kleiner Kämpfer, die überlebt haben und nun gesund sind. Mit dem kleinen schwarzen Welpenmädchen auf dem Schoß rumpelten wir zuerst zu einem sehr abgelegen Shelter, in dem Cristina einige ihrer Hunde untergebracht hat.

Auch hier zerreißt es einem das Herz, wie diese Hunde, vorallem die Welpen nach Aufmerksamkeit betteln… Jeder der Hunde möchte ein paar Streicheleinheiten abbekommen und der Lärmpegel ist immens hoch, dass an eine Unterhaltung fast nicht zu denken ist.. Mir ist auch irgendwie nicht danach, denn nach ein paar Tagen in Rumänien wird der Kloss in meinem Hals immer größer und die Nerven sind sehr angespannt. Auch hier gibt es so traumhaft schöne und tolle Hunde, die einfach weggesperrt sind und vielleicht das Glück haben irgendwann ausreisen zu dürfen.. Vielleicht.. Tatsächlich bin ich heute sehr nah am Wasser gebaut.. Es sind einfach viel zu viele Hunde und die Tierschützer tun alles um Ihnen das Leben erträglich zu machen. Für einige Hunde ist es mehr als sie je hatten und sie kommen gut zurecht. Für einige aber ist es die Hölle.. Sie werden zwar versorgt, sind sicher und haben ein Dach über dem Kopf, aber die menschliche Nähe fehlt, die Streicheleinheiten und ein warmes Körbchen, die tröstende Hand bei Krankheit und die Geborgenheit.. Kein Spielzeug und kuschelige Bettchen.

Ich muss kurz durchatmen als wir gehen, die letzten Tage haben mir doch mehr zugesetzt als ich dachte und mir eingestehen will. Ich versuche mir nichts anmerken zu lassen, die Rescuer hier haben das schließlich jeden verdammten Tag. Zum Glück dauert die Fahrt zu Cristinas Grundstück ein bisschen und ich kann nachdenken und mich sammeln..

Das plüschige schwarze Welpenmädchen noch immer auf meinem Schoss.. Sie hat das Glück bald ausreisen zu dürfen. Bei Cristina angekommen weiss ich noch nicht was mich erwartet… Etwas das mir für den Moment den Tag retten wird ♥️ Im Hof erwarten uns lauter kleine Parvo Survivor, die sich natürlich riesig über Besuch freuen und es wuselt nur so vor kleinen Hundekindern, die überall an einem herumturnen und hüpfen und Küsschen verteilen. Hinter dem nächsten Holztor stehen 2 sehr grosse Hunde.. Ich sehe nicht viel, ausser das sie gross sind, sehr gross.. Auf meine Nachfrage hin erfahre ich, dass es Christinas Hunde sind, aber extrem freundlich.. Sie öffnet das Tor und stolze 80kg freuen sich, mich zu begrüßen.. Äh, ja.. Ich bin nicht zierlich aber das haut auch mich fast um.

Ich vergesse gemeinerweise die Babies um mich herum und irgendwie auch alles andere. Dieser stattliche Cane Corso hat silbergraues Fell und hört auf den passenden Namen Goofy. Mein Kopf würde locker in Goofy Maul passen und der Nacken des Hundes ist so breit, dass locker die kleinen Hundekinder alle drauf Platz hätten…. Uns was macht Goofy? Er schlabbert mich ab und gibt Küsschen.. Ok, nicht sehr appetitlich aber ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind. Ich bin tatsächlich schwerst verliebt und überlege ob Goofy im Handgepäck auffallen würde.. Den Gedanken verwerfe ich allerdings sehr schnell, da mein Handgepäck schon mit so vielen anderen Hunden voll ist.. Gedanklich Als ich mich schweren Herzens endlich von ihm losreissen muss, bleibt ein gutes Gefühl.. Er hat ein Zuhause und ich bekomme ab und an Bilder von der grossen Sabberbacke. Wir verabschieden uns von Christina und ich werde sie sicherlich nicht das letzte Mal besucht haben.. Und das nicht nur wegen Goofy Thanks Cristina that i was allowed to visit you <3

Der liebe Bogdan hat wie schon den ganzen Tag im Auto gewartet und jetzt wurde es Zeit, dass der Arme endlich was zu essen bekommt. Nach dem Essen in einem riesigen und hypermodernen Einkaufscenter ging es zurück nach Bukarest, was sich im Berufsverkehr als sehr schwierig gestaltete. Aber zum Glück ging uns der Gesprächsstoff nicht aus obwohl ich schon versucht war – nach 1,5 Stunden Stau in Bukarest–anzufangen zu quengeln. Hab es mir aber gerade noch verkneifen können. Hat ja dann auch nur noch 40min gedauert.. Dann noch kurzer Zwischenstop bei einem im Bau befindlichen kleinen Shelter, da war es dann schon dunkel.. Sehr viel später dann völlig ko ins Bett gefallen und wie immer schlecht geschlafen.. Zuviele Gedanken und tiefe Traurigkeit 😪

Rumänienreise August 2019 / Teil6

Der letzte Tag meiner Reise ist angebrochen.. Ich bin sehr traurig.. Trotz, dass mich nachts mein Kopf nicht schlafen und das Erlebte Revue passieren lässt, möchte ich noch nicht gehen… Es gäbe noch so viel zu sehen und zu tun..

Ich habe so viele nette Menschen kennengelernt und soviel unfassbares Elend gesehen, dass ich noch bleiben möchte. Der letzte Tag führt mich früh morgens schon zu Carmen Dodi. Sie schickt mir einen Fahrer, den der Weg ist lang und ihr Auto nicht mehr wirklich gut in Schuss. Nach ca 1 Stunde Fahrt erreichen wir sehr ländlich gelegen ein kleines Dorf.. Auf den ersten Blick sieht es eigentlich ganz friedlich aus. Die Strassenhunde haben sich auf Grund der großen Hitze schon verzogen und die meisten werden erst gegen Abend ihre schattigen Plätze verlassen.

Hinter einem grossen und hohen Holztor höre ich viele Hunde bellen.. Wir scheinen richtig zu sein. Eine sehr hagere, ältere Frau tritt heraus und begrüßt mich so herzlich, als ob wir uns schon immer kennen. Sie bittet mich herein und auf den ersten Blick ist es eigentlich wie bei allen Rescuern. Hunde über Hunde…Im vorderen Teil des Grundstückes tummeln sich ein paar wunderschöne große Hunde, die sehr scheu sind und mit mir erst mal nichts zu tun haben wollen. Hier stehen 2 sehr ramponierte Autos, von denen nur noch eines fahrbereit ist.. Äh, den Eindruck vermittelt es allerdings nicht und das beweist das kleine Auto auch später sehr trotzig. Hier geht es auch in Carmens Haus, davor sind durch Bauzaun abgetrennt auch noch ein paar freundliche Hunde und eine Mama mit einem Welpen und ein kleiner Neuzugang, erst wenige Wochen alt. Die kleine Fatty klebt an mir wie ein Kaugummi und möchte ununterbrochen kuscheln.

Durch ein grosses Eisentor geht es in den mittleren Teil des Grundstücks, wo ich wieder von den freundlichen Hunden belagert werde und gar nicht weiss, wenn ich zuerst streicheln soll. Es ist sehr frustrierend, denn fast alle Hunde möchten Aufmerksamkeit und Liebe.. Ein paar beäugen mich aus der Ferne und sind sehr scheu.. Mitten ins Herz trifft mich aber der Anblick des kleinen schwarz weißen Jason’s.. Seine Geschwister sind alle ausgereist und die Verzweiflung steht ihm ins Gesicht geschrieben. Er sitzt alleine in einem kühlen Hauseingang und dieser unendlich traurige und verzweifelte Blick verfolgt mich bis heute.. Jason muss unbedingt in eine Familie oder Pflegefamilie – bitte helft!!!!

Die sehr sanfte Rory klebt nun an mir und dieses wunderschöne Gesicht lassen mein Herz schmelzen.. Ich verspreche ihr, dass sie als nächstes ausreist.. Im Hof liegt viel Brennholz für den Winter und ein Wasserschlauch, Carmen ist ununterbrochen dabei den Hunden frisches Wasser zu geben. Fließend Wasser gibt es nicht direkt. Es gibt wie fast überall nur Wasserpumpen, die immer wieder kaputt sind. Im Haus hat Carmen momentan kein Wasser, aber im Hof kann sie sich waschen.

Waschmaschine.. Gibt es, aber ohne fließend Wasser im Haus nicht einsetzbar. Carmen ist 65 Jahre alt und lebt hier mit ihren Hunden alleine, Hilfe hat sie kaum. Sie hat dieses Leben gewählt, da sie sich das Leben in der Stadt nicht leisten kann.

Durch ein weiteres Tor gelangen wir in den hinteren Teil des Grundstücks, wo ich nachher das erste Mal auf meiner Reise die Tränen nicht mehr zurückhalten kann…die letzten Tage sind auch an mir nicht spurlos vorüber gegangen… Im ersten Zwinger erwartet mich der wunderschöne 3-beinige Jack. Dieser Hund ist nicht nur unfassbar schön, sondern Lebensfreude und Freundlichkeit pur. Jack ist ein sehr aktiver Hund voller Energie, der jetzt unbedingt endlich ein tolles Zuhause braucht. Er hält mich am Arm fest als ich den Zwinger verlassen will…das schnürt mir die Kehle zu. Die Welpen im nächsten Zwinger wuseln nur so, aber sie haben das grosse Glück eine Woche später über einen anderen Verein ausreisen zu dürfen. Im grossen Zwinger hinten lebt seit 2 Jahren ein Rudel grosser Hunde, die fast alle etwas scheu sind. Gegenüber steht ein kleines Häuschen, gefliest und mit Licht. Hier müssen die ganz kleinen Welpen in Quarantäne bleiben, bis sie geimpft sind und niemanden anstecken können. Ich sehe im Schatten einen alten Hund liegen der dort scheinbar friedlich schläft.. Carmen erzählt mir, dass er 10 Jahre an der Kette gelebt hat und sie ihn den Nachbarn abgeschwazt hat.. Ich schlucke.. Er sieht kaum noch, hat hochgradig Herzwürmer und befindet sich in Behandlung. Als er in Zeitlupe aufsteht und ein paar Schritte auf uns zu geht fängt er furchtbar an zu husten und bekommt kaum Luft.. Die Herzwürmer.. Ich fange an zu weinen.. Auch beim schreiben dieser Zeilen schnürt es mir die Kehle zu.. Dieser kleine Opi darf aber seine letzte Zeit noch in Frieden und Ruhe leben. Er hat ein weiches Bett, bekommt Futter, medizinische Betreuung und Liebe.. Und er wird seine letzte Reise nicht alleine antreten müssen.

Schweren Herzens gehen wir zurück und laden den kleinen Welpen und 2 Kätzchen in Carmens Auto, weil wir zum Tierarzt wollen. Die kleine Hundrmama auch noch rein und los geht es. Im Auto hat es gefühlte 50 Grad, da es draussen mittlerweile ja auch schon 36 Grad hat. Carmens Auto hat keine Klimaanlage, der Auspuff ist kaputt und auch ansonsten ist das winzige Auto sehr trotzig und möchte nicht immer seinen Dienst tun… Die nächsten Stunden verbringen wir auf der Straße, was meine Nerven an den Rand der Belastungsgrenze bringt, ich werde leicht hysterisch… Alle Tierarztbesuche haben wir und die Tiere endlich leicht ramponiert überstanden und wir sind alle fix und fertig..der kleine Bub war voll mit Flöhen und Zecken und hat beim Tierarzt bitterlich geschrien, das war mehr als meine Nerven an diesen Tag verkraften und ich muss kurz den Raum verlassen und mcih setzen.

Nachdem einem kleinen Mittagessen holen wir die Tierchen beim klimatisierten Tierarzt ab und fahren weiter, nach dem sich das Auto erst vehement gesträubt hatte. Ab hier habe ih leider aufgehört Bilder zu machen. Wir fahren zu einem kleinen Kieswerk. Hier, sehr sehr abseits hat unser Partnerverein einige Zwinger gebaut und der Manager des Kieswerkes kümmert sich rührend um die Hunde.. Leider war ich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Lage zu denken oder auch nur noch einen Schritt in der Hitze zu gehen. Das bereue ich zwar, aber ich nehme das Angebot an im klimatisierten Container Platz zu nehmen. Der Geschäftsführer ist ein sehr gebildeter und so netter Mann und wir sprechen über die Strassenhunde, die Situation in Rumänien und allgemein über Politik. Thanks Adrian, it was a pleasure to meet you ♥️

Beim nächsten Besuch verspreche ich, mir auf jeden Fall mehr Zeit zu nehmen. Zurück geht es zu Carmen, wo mich mein Fahrer abholt und zurück nach Bukarest bringt. Die Verabschiedung von Carmen ist sehr sehr herzlich und ich verspreche wieder zu kommen.. Ich entschuldige mich beim Fahrer, dass ich mittlerweile nach 7 Stunden Sonne und Hitze extrem stinke und genieße die Klimaanlage im Auto. Er erträgt es schweigend. Reden möchte ich momentan nicht mehr und freue mich auf eine schöne Dusche und unser letztes abendliche Treffen mit lieben Menschen bevor ich am nächsten Tag die Heimreise antrete.